Die verschiedenen Wurmarten

Weltweit gibt es hunderte von verschiedenen Wurmarten, allerdings sind von diesen in Deutschland nur bestimmte Arten besonders vertreten und somit leider auch besonders oft in den Därmen unserer Haustiere auffindbar. Zu diesen gehören Spul-, Haken- und Peitschenwürmer (Faden- bzw. Rundwürmer) und Giardien (Einzeller). Im Folgenden könnt ihr alles Wichtige zu Infektionswegen, Symptomen und Risiken der einzelnen Arten lesen.

In den meisten Fällen zeigen unsere Haustiere keine Symptome eines Parasitenbefalls, aber einige übliche Anzeichen hierfür sind:

  • Durchfall und Erbrechen
  • Chronisch anhaltender oder wiederkehrender Durchfall mit blutigem, schleimigem Kot
  • Erschöpfung oder allgemein schlechter Gesundheitszustand
  • Gewichtsverlust oder gestörte Nahrungsaufnahme
  • Struppiges, glanzloses Fell

Spulwürmer sind weit verbreitet und können in allen Altersstufen vorkommen. Jungtiere können sich im Mutterleib oder über die Muttermilch bei der infizierten Mutter anstecken. Im späteren Alter stecken sich unsere Haustiere vor allem durch die Aufnahme von Wurmeiern aus der Umgebung an, die mit dem Kot von anderen Tieren ausgeschieden wurden. Innerhalb weniger Tage werden diese infektiös und können anschließend monate-, teils auch jahrelang ansteckend sein und unbemerkt überall hin weiter getragen werden. Das heißt, dass auch Stubenhocker sich mit ihnen infizieren können, da die Eier von uns z.B. auch über unsere Schuhe ins Haus getragen werden können. Vor allem bei Jungtieren können durch Infektion schwere Erkrankungen ausgelöst werden, die mit Beschwerden wie Durchfall und Erbrechen, Gewichtsverlust, Entwicklungsstörung und einem aufgeblähten Bauch einhergehen. Sehr starker Wurmbefall kann unbehandelt sogar zum Tod führen.

Hakenwürmer kommen ebenfalls in allen Altersstufen vor und übertragen sich ähnlich wie die Spulwürmer über die infizierte Mutter oder durch durch die Aufnahme von Wurmeiern aus der Umwelt, die andere Tiere mit ihrem Kot ausgeschieden haben. Die Eier können an allen möglichen kontaminierten Oberflächen wie z.B. der Erde vorhanden sein, welche im Fell hängen bleibt und abgeleckt wird. Hakenwürmer können zudem die Haut durchdringen, beispielsweise durch Talgdrüsen, und haften sich letztendlich an die Darmwand, wo sie mit ihren hakenförmigen Mundaufsätzen Blut saugen können. Dies kann vor allem bei Jungtieren zu Blutarmut (durch Blutverlust), als auch zu Durchfall, Erbrechen und Unterernährung führen, in schlimmen Fällen sogar zum Tod. Auch stumpfes Fell und schuppige Haut können mögliche Folgen sein.

Peitschenwürmer kommen bei Hunden häufiger vor als bei Katzen und haften sich ebenfalls an die Darmwand, indem sie sich dort mit ihrem schmalen Kopf verankern. Infektionen mit den Würmern können ohne Anzeichen einer Erkrankung verlaufen, allerdings bei hochgradigen Fällen zu einer Entzündung der Darmwand (Colitis) führen, die mit Durchfall und blutigem, schleimigem Kot einhergeht. Die Infektion erfolgt ebenfalls durch die Aufnahme von Wurmeiern aus der Umwelt, die über den Kot befallener Hunde dorthin gelangt sind.

Giardien sind einzellige Parasiten, die sich in der Darmschleimhaut ansiedeln und zu Verdauungsbeschwerden, anhaltendem oder wiederkehrendem Durchfall, Erbrechen, Gewichtsverlust und Schwäche führen. Sie reduzieren die Fähigkeit des Haustieres, Flüssigkeit und Nahrung aufzunehmen und sind vor allem für Jungtiere oder immungeschwächte Tiere gefährlich. Die Einzeller können ebenfalls in allen Altersstufen vorkommen und sind besonders hartnäckig, weshalb bei einer Infektion vor allem auch gezielte Hygienemaßnahmen zur Bekämpfung sehr wichtig sind. Eine Infektion kann durch unbemerkte Aufnahme der unsichtbaren Zysten, die andere Tiere mit ihrem Kot ausscheiden, geschehen, wobei schon eine sehr geringe Menge ausreichend ist. Eine Ansteckung ist also auch bei Kontakt mit kontaminierter Erde, Wasser oder Futtermitteln möglich.

Fazit

Eine Ansteckung mit Würmern kann leicht und unbemerkt geschehen und sowohl milde, als auch schwere Verläufe für unsere Haustiere mit sich bringen. Zudem sind auch zoonotische Infektionen möglich, bei denen sich die Würmer auf uns Menschen übertragen und zu Gesundheitsrisiken vor allem bei Babys und Kindern führen können. Daher sollte regelmäßig auf das Vorhandensein von Würmern getestet werden. Auch zur Verabreichung der richtigen Wirkstoffe ist ein Untersuchen von Kotproben wichtig, da die Beschwerden sich ähneln und somit nicht mit jeder Wurmkur das Problem bekämpft werden kann. Für Giardien z.B. müssen spezielle Kuren eingesetzt werden.